Stadttauben-Management par excellence: das Augsburger Modell

Das Stadttauben-Management der Stadt Augsburg ist wegweisend für den Umgang mit Stadttauben in ganz Deutschland. Das sogenannte Augsburger Modell basiert auf der Einrichtung  und Betreuung von Taubenschlägen und dem konsequenten Austausch von Eiern durch Gips-Attrappen. Durch die damit erreichte Geburtenkontrolle kann der Stadttaubenbestand schonend und tierfreundlich konstant gehalten werden.  Gleichzeitig verbleibt der größte Teil des Taubenkotes innerhalb der Schläge und entlastet damit die Stadtreinigung.

Taubenturm in Augsburg. Foto: Ruth Plössel

Zwölf betreute Taubenschläge- und Häuser gibt es mittlerweile in Augsburg, welche durch ehrenamtliche Helfer und Koordination durch den Tierschutzverein Augsburg betreut werden. Die Schläge befinden sich dabei unter anderem auf Parkhäusern, in Dachstühlen oder auf anderen städtischen Bauten.

Als Stadttaubenhilfe Leipzig e.V. setzen wir uns für ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement analog des Augsburger Modells ein. Weitere Informationen findet ihr auf der Seite des Tierschutzvereins Augsburg sowie auf der Website der Stadt Augsburg.

Wenn ihr uns in unserer Arbeit unterstützen möchtet, ihr zum Beispiel ein Grundstück habt auf dem bereits ein altes Taubenhaus steht oder ihr euch vorstellen könntet ein Taubenhaus in eurem Garten aufzustellen oder eines mit uns zu betreuen, kontaktiert uns gern via Email oder bei Facebook.

Feuerwehreinsatz zum Sonntagabend…

Am 4. August, gegen 20 Uhr erreichte uns ein Notruf aus Neulindenau. Dort hing eine Taube im 4. Stock eines unbewohnten Hauses in einem Netz und flatterte um ihr Leben. Diese Netze werden von Hausverwaltungen angebracht um Tauben daran zu hindern in leerstehenden Häusern Unterschlupf zu suchen. Häufig kommt es zu solchen Notfällen wenn Vögel sich in diesen ungeeigneten, großmaschigen und zudem unsachgemäß angebrachten Netzen verfangen. Netze sind immer wartungsintensiv und sollten regelmäßig nachgeprüft werden. Das passiert aus Desinteresse leider viel zu selten und es kommt immer wieder zu solch furchtbaren Fällen.

Die Anwohnerin zögerte nicht lang und rief auf unser Anraten die Feuerwehr, welche nach nur 5 Minuten eintraf. Nachdem sie sich Zugang zum Haus über ein Fenster verschaffen konnten, wurde die Taube aus dem Netz geschnitten und einem ebenfalls anwesenden Teammitglied der Stadttaubenhilfe Leipzig übergeben. In Sicherheit konnte sie von dem Netz befreit werden, das Netz hatte sich um Beine und Hals gewickelt. Um sich von dem Schock zu erholen blieb sie über Nacht in unserer Obhut. Weitere Verletzungen konnten wir ausschließen, da sie ansonsten in einem guten gesundheitlichen Zustand ist wurde sie am darauffolgenden Tag wieder vor Ort freigelassen.

Wir danken der engagierten Anruferin und ganz besonders dem Einsatzteam der Feuerwehr Leipzig für die schnelle und unkomplizierte Hilfe!

Besondere Patienten der letzten Wochen

Aasha wurde am S-Bahnhof Bayrischer Bahnhof entdeckt. Eine Bahn war über sie hinweggefahren und hatte ihr dabei den linken Flügel abgetrennt. Blutend und unter Schock kam sie zu uns. Teile des Unterarmes und des Ellenbogen waren vollständig zerstört und zertrümmert.

In der Tierarztpraxis Elsterblick wurde die Wunde fachkundig versorgt und die zerstören Knochen entfernt. Sie ist als einflügelige Taube auf unseren Lebenshof gezogen und fühlt sich dort sichtlich wohl. Aasha ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass es sich lohnt, ein Taubenleben zu retten, da sie gut mit Behinderungen leben können.

Hier sitzt Aasha ganz vorn im Bild mit ihren Taubenfreund*innen auf einem Baumstamm

Das ist Herr von Weißenfels, eine große Zuchtrasse mit 550g Gewicht und dabei trotzdem deutlich abgemagert. Er kam mit einer schweren Kropf- und Flügelverletzung zu uns, welche beide operativ behandelt werden mussten. Für seinen Flügelbruch kam leider jede Hilfe zu spät. Er arrangiert sich aber hervorragend zu Fuß und gurrt derzeit ganztägig glücklich in unserem Taubenschlag umher.

Der kleine Pedro wurde uns humpelnd in der Innenstadt gemeldet. Seine Füße waren so stark verschnürt, dass ein Teil der Zehen bereits abgestorben war. Er muss unglaubliche Schmerzen gehabt haben. Bei einer OP konnte ihm das nekrotische Gewebe vollständig entfernt werden sodass er jetzt endlich wieder schmerzfrei laufen kann.

Ohne die Spenden von vielen lieben Taubenfreund*innen und Unterstützer*innen wäre unsere Arbeit mit solchen schweren Fällen nicht möglich. Wir danken auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich allen Menschen, die unsere ehrenamtliche Arbeit in Form von Spenden aber auch durch Fahrten bspw. zur Vogelklinik oder zu den Pflegestellen unterstützen!

Maja von der Körnerstraße

Vor wenigen Tagen kam eine kleine Jungtaube zu uns, die wir Maja genannt haben. Ihr Zustand war sehr kritisch. Die Handschwinge war abgetrennt, die Wunde schon älter. Sie hatte sehr schlechten Kot, durch den sich ein Kloakenverschluss gebildet hat. Der alte Kot hatte sich an der Kloake gesammelt und war eingetrocknet. Futter und Wasser erbrach sie die erste Zeit. Beide Füße waren stark verschnürt. Eine Hinterzehe war die ersten Tage nicht funktionstüchtig, wodurch sie nur humpeln konnte.

In der Vogelklinik wurde sie fachkundig behandelt und am Flügel operiert. Sobald sie sich erholt hat und die Wunde verheilt ist, wird sie in unsere Voliere einziehen.

Wir möchten mit Maja zusammen einer Spenderin danken, die dem NABU für unsere Arbeit eine große Summe Geld gespendet hat, die die Operationskosten deckt. 
Ebenso danken wir der Finderin für ihren Einsatz und auch für ihre Spendenbereitschaft, sowie der Vogelklinik Leipzig für die qualitativ hochwertige Arbeit die sie täglich leisten.

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Wenn ihr unsere ehrenamtliche Arbeit unterstützen und den Tieren helfen möchtet, kontaktiert uns gern. Sachspenden und tatkräftige Helfer und Helferinnen werden immer benötigt!

Slum-Bewohner der Großstädte

Heute möchten wir euch einen sehr lesenswerten Artikel von Stella Hombach ans Herz legen, der das traurige Image der Stadttauben als tierische Slum-Bewohner sehr gut zusammenfasst. Über diesen diesen Link kommt ihr zum Artikel bei Zeit online.

Unsere Straßentauben sind damit im Grunde nichts anderes als verwilderte Nutz- und Haustiere, die über Jahrhunderte darauf getrimmt wurden, Fleisch, Eier und Kot zu produzieren – und zwar ganzjährig. Heute sind Tauben bereits mit drei Monaten geschlechtsreif und haben bis zu sieben Bruten pro Jahr. Früher hätten wir uns über die Gebärfreudigkeit und große Anzahl der Tauben gefreut, jetzt empfinden wir sie als Problem. Die Zeiten ändern sich.“

Unser erster Post!

Liebe Freundinnen und Freunde der Stadttauben, nun haben wir endlich auch eine kleine Internetpräsenz und möchten diese nutzen, um euch einen Einblick in unsere ehrenamtliche Tätigkeit zu geben und euch über aktuelles Geschehen rund um die Stadttauben in Leipzig zu informieren.
Wir sind eine kleine Gruppe von Tierfreund*innen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich um hilfebedürftige Tauben kümmert. Unsere Arbeitsgruppe konzentriert sich dabei auf die Stadttauben, aber auch verflogene Brieftauben, Ringeltauben und Zuchttauben werden von uns betreut. Neben Pflegestellen haben wir auch einen kleinen Schlag in dem einige Dauerpflegefälle noch ein schönes Leben haben können.

Wenn du dich gern mit uns engagieren möchtest, freuen wir uns über deine Nachricht! Schick uns dazu einfach eine Email oder noch besser, schreibe uns eine Nachricht bei Facebook.

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